Coronavirus und der Klimawandel

Jetzt hat es uns so richtig erwischt. Für die meisten von uns, ist es das allererste Mal, dass wir eine weltweite Krise erleben, die jeden von uns direkt betrifft: Das Coronavirus, bzw. Covid-19, hat uns alle fest im Griff und das wird auch eine Weile noch so bleiben. In allen Bereichen unseres Lebens.

Der eigentliche Wahnsinn am Coronavirus ist allerdings, dass es zeigt, wie agil, flexibel und schnell Deutschland und alle anderen Länder der Welt handeln können, wenn es um die Wurst geht. Überlegt doch mal, was alles in den letzen Wochen passiert ist. Unter normalen Umständen hätten diese Prozesse Jahre, wenn nicht Jahrzehnte gebraucht. Vor dem Hintergrund der Corona Pandemie, dauert es nur eine Woche um das Verhalten aller Menschen, aller Unternehmen drastisch anzupassen. Ein Gedankenspiel:

Das Coronavirus ist das Geschwisterchen vom Klimawandel

Wenn es uns gelänge, den Klimawandel genauso ernst zu nehmen, wie das Coronavirus, dann wären wir auch in der Lage den Klimawandel aufzuhalten. Der Umgang mit Corona zeigt, dass sowohl Politik, Medien und Bürger ohne Weiteres an einem Strang ziehen, wenn ihnen das Ausmaß des Übels plötzlich am eigenen Leibe bewusst wird.

Das Coronavirus ist das Geschwisterchen vom Klimawandel. Der Klimawandel wird in naher oder ferner Zukunft eine ebenso eine Krise auslösen, wenn nicht ein großes Umdenken stattfindet. Nur werden die Auswirkungen im schlimmsten Fall um einiges verheerender sein. Corona sollte uns wach rütteln und dazu bringen rechtzeitig umzudenken.

Solange das Gegenteil nicht bewiesen ist gilt: Wir können den Klimawandel stoppen
Die gute Nachricht ist: Noch haben wir es in der Hand. Wir können den Klimawandel stoppen, aber dafür müssen wir alle jetzt tätig werden. Wir sollten nicht erst darauf warten, bis der Klimawandel so präsent ist, dass jeder von uns die Folgen am eigenen Leib zu spüren bekommt. Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist es dann bereits zu spät.

Wir Menschen neigen leider dazu die Dinge erst dann ausreichend ernst zu nehmen, wenn sie uns direkt betreffen. Das Coronavirus ist für uns greifbar. Wir kennen Corona-Infizierte, unser Alltag ist massiv durch Corona eingeschränkt. Das alles trifft nicht auf den Klimawandel zu. Nur das darf nicht der Grund sein, dass wir gemeinsam auf die viel kritischere Krise zusteuern, ohne zu handeln.

Ich hoffe so sehr, dass das Coronavirus dazu führt, dass wir uns mehr als Kollektiv verstehen und dass wir raffen, wie schnell es uns erwischen kann. Aber auch, dass wir in der Lage sind, uns gemeinsam zu verändern und Dinge anzupassen, auch wenn sie uns unbequem erscheinen bzw. unbequem sind. Im Ergebnis retten wir diese wunderschöne Erde und das Leben unserer Kinder und Enkelkinder. Ich wünsche mir sehr, das diese genauso viel Spaß haben am Leben, wie wir und dass sie feiern und die Natur genießen können, wie wir.

Ja, alles was wir jetzt erleben, wird einiges nach sich ziehen, womit wir noch länger zu kämpfen haben. Von der Gesundheit abgesehen, die natürlich an erster Stelle steht, sind es wirtschaftliche Folgen, bis hin zur globalen Rezession. Aber die Sache ist, wir haben keine Wahl. Wenn wir möchten, dass so viele Menschen wie möglich überleben, müssen wir uns diesen Herausforderungen stellen. Und genauso verhält es sich mit dem Klimawandel.

Ist das Coronavirus die biologische Antwort der Erde auf unseren schädlichen Umgang damit?

Spinnen wir mal weiter: Ist Corona vielleicht sogar eine biologische Reaktion unserer Erde auf die jahrzehntelange Umweltverschmutzung und die Ausbeutung der Ressourcen? Mehrere Forscher stellen fest, dass Infektionskrankheiten mit dem Klimawandel zunehmen. Beziehungsweise sind es die Überträger der Infektionskrankheiten (z.B. Mücken, Spinnen oder Fledermäuse), die sich durch das wärmere Klima in Gebieten ausbreiten, in denen sie vorher nicht zu finden waren. Und das wärmere Klima haben nachweislich wir zu verschulden.

Mir erscheint das sogar recht logisch. Wir bringen seit Jahrzehnten das Gleichgewicht der Natur mit unserer Industrie, unserer Wirtschaft, unserer Ernährung, unserem Alltag durcheinander. Ist das Coronavirus vielleicht eine natürliche Antwort auf den verstärkten Treibhauseffekt?

Sagt die Erde uns mit Corona und anderen Infektionskrankheiten, sowie mit Dürren, Überschwemmungen, höheren Temperaturen und schmelzendem Eis: Das war es! Schluss jetzt oder ich reinige mich selbst?

Corona: Eine Auszeit für das Klima

Tatsächlich erfährt unser Planet gerade eine Pause, wie er sie sich schon lange verdient hätte. Das Coronavirus führt zu immensen Einsparungen von CO2 und das weltweit. Vermutlich übertreffen wir in Deutschland durch die drastisch herunter gefahrene Wirtschaft sogar unser Klimaziel.

Arbeitswege mit dem Flugzeug, dem Auto oder der Bahn entfallen zu großen Teilen. Geschäftsreisen werden nur noch angetreten, wenn sie dringend nötig sind.

Hmmm…das kann man doch rein theoretisch immer so handhaben, oder ;-)?
Reisen durch die Welt und das Land gibt es kaum noch, Großveranstaltungen sind abgesagt, Kraftwerke gedrosselt. In China kann man den Rückgang der Luftverschmutzung sogar auf Satellitenbildern der NASA erkennen.

Eine großartige Auszeit für das Klima. Aber für wie lange?

Nach Corona ist vor der Klimakrise

coronavirus und klimwandelAuch wenn wir jetzt gerade einen deutlich geringeren CO2 Ausstoß zu verzeichnen haben, ist anzunehmen, dass dies keinen langfristigen Effekt auf den Klimaschutz hat. Wahrscheinlicher ist, dass wir nach der Coronakrise 1. schnell wieder auf das vorherige Niveau zurück kommen und 2. dieses vielleicht sogar übersteigen, um die großen Verluste der Wirtschaft wieder einzuholen.

Auch die Finanzkrise 2008 führte durch denn starken Rückgang der Wirtschaft zur einer Verbesserung der Klimawerte. Allerdings war das Ergebnis, dass Unternehmen und Länder nach der Krise nicht mehr bereits waren, in den Klimaschutz zu investieren, weil sie das Geld an anderer Stelle besser aufgehoben sahen. Es besteht also die Gefahr, dass das Coronaviurs sogar dazu beiträgt, dass wir uns gesteckte Klimaziele erst einmal hinten anstellen, um uns aus der aktuell brisanten Lage zu befreien.

Auch der Generaldirektor der Weltwetterorganisation, Petteri Taalas mahnt, der Klimawandel müsse genauso ernst genommen werden, wie der Coronavirus. Global betrachtet sind die Folgen des Klimawandels bereits deutlich zu spüren. Vor allem im Bezug auf Wasser, ob nun durch schmelzendes Eis und sich dadurch erhöhende Meeresspiegel, Dürren oder Überschwemmungen. Die Erde reagiert auf unseren Umgang mit der Natur und unseren Verbrauch der Ressourcen. Wenn ihr mit ganz einfachen Mitteln gerne selbst einen Beitrag zum Klimaschutz leisten möchtet, dann lest gerne meine Artikel 10 einfache Tipps für Nachhaltigkeit im Alltag, Seife oder Flüssigseife oder Saisonal einkaufen.

Fazit

Der Klimawandel ist im Gange und wird uns eines Tages mindestens genauso hart treffen wie Corona. Die Welt und Deutschland haben in der Coronakrise bewiesen, dass sie – wenn es dringend nötig ist – zu drastischen Maßnahmen in der Lage sind. Sie haben auch bewiesen, dass es sinnvoll ist, die Meinung der Wissenschaftler ernst zu nehmen. Die Wissenschaft mahnt seit Jahren, dass der Klimawandel sehr bedenkliche Züge annimmt. Die wird auch durchaus schon gehört. Nur passiert noch zu wenig, um die Katastrophe abzuwenden.

Das Gute an Corona
So schlimm die Corono Krise auch sein mag, sie bringt auch zu Tage, zu was wir Menschen gemeinsam in der Lage sind. Mal abgesehen von Politik und Wirtschaft, passieren so viele schöne Dinge um uns herum. Die Menschen helfen sich gegenseitig und Konzerte finden im Internet kostenlos statt. Tausende Menschen überlegen sich lustige oder nützliche Dinge, die man jetzt zu Hause mit und ohne Kinder unternehmen kann, damit einem die Decke nicht auf den Kopf fällt und teilen ihre Ideen.

Die Menschen telefonieren viel öfter miteinander, sie schreiben sich und interessieren sich mehr als je zuvor für das Wohl ihrer Familie, ihrer Freunde, ihrer Lieben. Wir hoffen, dass wir diese Krise meistern und wenn uns das gut gelingt, werden wir alle glücklich sein und feiern, was das Zeug hält, jeder auf seine Art ;-)…Corona zeigt, dass wir als Kollektiv zu mehr fähig sind, als wir alle dachten – ganz we effect like.

Lasst uns diese Energie nutzen. Lasst uns das viel größere Thema Klimawandel angehen. Wir müssen nur dafür sorgen, dass der Klimaschutz genauso ernst genommen wird, wie das Coronavirus. Dass wir gemeinsam handeln, bevor es zu spät ist. Prophylaktisch ist es doch auch auch viel entspannter, als wenn wir die Folgen schon direkt spüren, oder? Ich gehe doch lieber zur Prophylaxe und lass mich 30 Minuten ein bisschen ärgern, als mir mit dem Rosenbohrer die Zähne zerhauen zu lassen…ich gebe zu: Der Vergleich hinkt ;-).

Wir können etwas bewegen. Also lasst es uns tun!

Vivi

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